Vereinigungen gegen Rassismus

Gerade in den letzten Monaten ist die Debatte zum Thema Rassismus einmal mehr in Deutschland entflammt und sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Nach den rassistisch motivierten Morden in der Bundesrepublik tauschten sich Medien, Bürger und Politiker über Ursachen, Strafen und vor allem über Präventionsmaßnahmen bezüglich fremdenfeindlicher Gewalttaten aus. Besonders hohes Ansehen und Gehör finden in solchen Tagen die Vereinigungen gegen Rassismus.

Europäisches Netzwerk gegen Rassismus

Eine dieser Vereinigungen ist das große Europäische Netzwerk gegen Rassismus, das 1997 gegründet wurde und seinen Hauptsitz in Brüssel hat. Das Jahr 1997 stand unter dem Motto “Europäisches Jahr gegen Rassismus”, was ausschlaggebend für die Gründung war. Bis 1999 bestand das Netzwerk bereits aus über 600 verschiedenen Organisationen, die in einer gemeinsamen Interaktion an einer gemeinsamen Arbeitsebene gegen Fremdenfeindlichkeit zu arbeiten. Innerhalb des Netzwerks gilt ein quasi hierarchisches System, das sich in 27 Gruppierungen unterteilt, die jeweils verschiedenen Nationen zugeteilt sind, aus denen jeweils zwei Mitglieder zu der “allgemeinen Zusammensetzung” des Netzwerks gehören und damit in hohen Positionen die führenden Aufgaben übernehmen. Die primären Ziele bestehen, ausgehend von der Beachtung von Gleichheit, aus Strategien zur erfolgreichen Integration, über Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen, bis hin zu Empfehlungen an die europäische Politik. Zur Unterstützung strebt die Vereinigung auch stets die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen an, die sich gegen Rassismus engagieren. Bis heute verzeichnet das Netzwerk große Erfolge, ist hoch angesehen und pflegt eine gute Beziehung zur europäischen Politik.

Netz gegen Nazis

Auch im Internet wird zunehmend gegen rassistische Attacken präventiv vorgegangen. Gerade in öffentlichen Chatrooms und sozialen Netzwerken fühlen sich rassistisch motivierte Täter oft anonym und dadurch sehr geschützt, weshalb sie diese Plattformen nutzen, um andere zu beleidigen, zu bedrohen oder rechtsextreme Propaganda zu verbreiten. Um auch online gegen Rassismus agieren zu können, wurde das Internetportal “Netz gegen Nazis” geschaffen. Gegründet und nach wie vor betrieben wird die Online-Organisation von der Amadeu Antonio Stiftung in Zusammenarbeit mit namhaften Unternehmen, Organisationen und Verlagen wie der “Zeit”, dem deutschen Fußballbund und den sozialen Netzwerken Studi-, Schüler-, und MeinVZ. Ziel der Organisation ist es, möglichst viele Menschen zur Wachsamkeit und vor allem zur aktiven Mitarbeit gegen rassistische Cyber-Attacken zu motivieren. Besonders viel Wert wird dabei auf die Ablehnung jeglicher extremistisch politischer Haltung gelegt. Die Wahrung der Demokratie ist eines der höchstens Ziele des Portals. Von der Öffentlichkeit und der führenden Politik wird das Portal als äußerst tugendhaft und wirkungsvoll angesehen. Gerade wegen seiner Kontakte zu jungen Menschen hat die Organisation einen hohen Grad an positivem Einfluss.

Rassismus wird in der Gesellschaft nicht wortlos hingenommen

Trotz der kulturellen Offenheit Europas, ist deutlich zu erkennen, dass Rassismus noch lange nicht aus dem Alltag vieler Orte verschwunden ist. Nach wie vor zeigen Kriminalitätsstatistiken, dass rassistische Übergriffe noch häufig vorkommen, was oftmals auf Vorurteilen und blinder Wut basiert. Vereinigungen gegen Rassismus sind daher ungemein wichtig, um gegen diese Wut, den Fremdenhass und die Gewalt vorzugehen. Und die Zahlen der Mitglieder zeigen ebenso deutlich, dass die Bereitschaft dazu in der Bevölkerung vorhanden ist. Wachsamkeit ist dabei jedoch der wichtigste und stärkste Faktor. Um aktiv agieren zu können, muss der Bürger die Augen offen halten und vor allem nicht wegsehen. Nur so können die gemeinsamen Ziele für ein multikulturelles Zusammenleben in Harmonie erreicht werden.

Dieses Bild: Robert Neumann – Fotolia.com

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