Ehrenämter – wie könnte man sie schmackhaft machen?

Ehrenämter sind der Kitt, ohne den vieles in unserer Gesellschaft nicht funktionieren würde. Tatsächlich engagiert sich knapp jeder dritte Deutsche ehrenamtlich- mit stark abnehmender Tendenz. Die Gründe dafür liegen vor allem im ökonomischen Wandel und in der oft fehlenden sozialen Anerkennung. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten Ehrenämter zu mehr Ansehen zu verhelfen.

Der Mensch als soziales Wesen

Auf den ersten Blick klingen die Zahlen imposant und beeindruckend. In Deutschland sind über 23 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig, vor allem in kirchlichen Einrichtungen, in Vereinen, Verbänden und Initiativen. Ehrenamtlich bedeutet, dass die Tätigkeit nicht auf ein finanzielles Entgelt ausgerichtet ist, sondern dass der Gesellschaft ein Mehrwert auf sozialer Ebene gegeben wird. Dabei umfasst das Ehrenamt einen großen Bereich im öffentlichen Leben, was den meisten Menschen nicht bewusst ist. Denn nicht nur die klassischen Felder, etwa als freiwillig Engagierter in einer kirchlichen Organisation, oder als Fußballtrainer einer Amateurmannschaft fallen darunter, sondern auch wichtige Bereiche in der Organisation des öffentlichen Lebens: etwa in der freiwilligen Feuerwehr, in der Sozialarbeit oder bei gemeinnützigen Hilfsorganisationen. Der Lohn bei solchen Tätigkeiten liegt nicht im Finanziellen, sondern darin, gemeinnützig etwas für die Gesellschaft zu tun und diese zu verbessern. Tatsächlich ist dies, nämlich der Glaube, etwas Gutes und Gemeinnütziges zu tun, der Hauptgrund für eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Wie lässt sich soziale Verantwortung fördern?

Wie aber kommt es nun, dass vor allem in letzter Zeit immer mehr Menschen sich von einer ehrenamtlichen Tätigkeit abwenden? Und vor allen: was kann man dagegen tun? Die Gründe sind vielfältig und auch immer individuell, dennoch lassen sich in den letzten Jahren einige Grundtendenzen beobachten, warum ehrenamtliche Tätigkeiten an Attraktivität verlieren. Ein Grund ist sicherlich die erhöhte Belastung im normalen Berufsleben. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit steht der eigene Broterwerb im Vordergrund. Eine Möglichkeit, dem entgegen zu wirken, wäre sicherlich, auch im Ehrenamt einen erhöhten finanziellen Ausgleich zu bieten. Ein weiterer Grund für die abnehmende Anzahl an Ehrenämtern ist die Tatsache, dass diese von der Gesellschaft nicht immer angemessen anerkannt werden. Zwar gibt es durchaus auch hier schon Bemühungen, etwa durch die Vergabe von Auszeichnung, doch ist dies noch verbesserungswürdig, da solche Meldungen im Nachrichtenalltag leicht untergehen. Generell sollte das Ehrenamt eine größere, öffentliche Anerkennung finden. Weitere Möglichkeiten zur Förderung von Ehrenämtern kann etwa durch steuerliche Vorteile und den Ausbau der kostenlosen, ehrenamtlichen Versicherungspflicht erreicht werden.

Die Gesellschaft im Fokus

Doch all diese Arten das Ansehen des Ehrenamtes zu steigern, greifen vielfach zu kurz. Denn, wie bereits erwähnt, ein ehrenamtlich Engagierter übt seine Tätigkeit gerade nicht aus, um sich selber einen Vorteil zu verschaffen. Zwar kann man durchaus Anreize schaffen, um Menschen ein Ehrenamt schmackhaft zu machen, doch der wahre Wert dieser Arbeit liegt darin, etwas zu geben, anstatt zu nehmen und einen Sinn und Zweck in der Gesellschaft zu erfüllen. Dieses Gefühl des Gebrauchtseins und der eigenen Wichtigkeit sind die größten Antriebsfedern, um eine solche Tätigkeit auszuüben. Und das jeder einzelne, stellvertretend für die Gesellschaft, dies anerkennen sollte- das ist die höchste Form des Antriebs.
Image: Gina Sanders – Fotolia

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